Kapitel siebenundzwanzig

Bei dem Haus meiner Eltern angekommen begrüßte uns meine Mutter mit einer liebevollen Umarmung und bat uns flüsternd ganz leise zu sein, denn Nikolas würde im Wohnzimmer schlafen. Wir schlichen in mein altes Zimmer und stellten unsere Reisetaschen ab.
Arvid umarmte mich einmal ganz fest und endlich konnte ich nach der langen Autofahrt einmal richtig entspannen.
„Komm Medina mach dir jetzt keinen Kopf wegen Lucas, es wird alles gut. Ich verspreche es okay?“, flüsterte er in mein Ohr und ich nickte. 

Gemeinsam gingen wir hinunter und Mutter wartete schon mit dem kleinen Nikolas auf dem Arm. Er war wirklich ein wunderschönes blondes kleines Baby und schaute mich mit großen blauen Augen an. Wie erstarrt stand ich im Türrahmen und dachte: „Hatte mich Mutter auch so gehalten? War sie bei mir auch so liebevoll? Warum verdammt hatte ich ein Kindermädchen?“
Doch als meine Mama lächelnd zu mir blickte versuchte ich das alles wegzuwischen. Sie hatte etwas entschuldigendes in ihrem Blick und streckte mir den kleinen entgegen. Mit seiner warmen Hand strich mir Arvid über den Rücken und schob mich liebevoll in ihre Richtung. 
„Komm schon“, flüsterte er und ich blickte zu ihm hoch, „Verzeih ihr.“
Ich nickte nachdenklich und ging zurückhaltend zu meinem neuen Bruder, während Arvid im Türrahmen stehen blieb. 

„Du kannst ihn ruhig einmal halten", meinte Mama und legte ihn vorsichtig in meine Arme. Er war so süß und klein und…ja er sah wirklich so aus als wäre er mein Bruder. 
„Hi kleiner Mann", flüsterte ich und er lächelte mich mit kleinen Grübchen an.
„Das ist deine Schwester", säuselte meine Mama und beugte sich über ihn, „Schau mal das ist Medina.“
„Meme", machte Nik und wir mussten das erste mal seit langem als Familie lachen. 

Als ich wieder zur Türe blickte war Arvid verschwunden. Bestimmt war er in der Küche Essen suchen. 
„Kannst du ein Foto machen? Wir haben in der Schule einen Blog. Mach am besten noch eines von der Seite. So etwas können die Klassenkameraden auch wissen,“ fragte ich und Mama nickte. 

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