Kapitel 39

„Wie kannst du mir das antun! Mein eigener Sohn ruiniert unser Leben!", schimpfte Lucy. So wütend hatte ich die sonst so elegante und liebevolle Frau noch nie erlebt.
„Unser Leben! Eher das Leben von dir und Lucas ach und den Traum von Kamit! Ob ich drauf gehe ist euch doch scheiß egal!" Arvid ballte seine Hände zu Fäusten und drehte sich schnaubend von seiner Mutter weg. 
Anstatt jetzt für ihren jüngsten Sohn da zu sein, ihn zu beruhigen und zu sagen,  dass sie traurig wäre wenn er stirbt, hackte Lucy nur weiter auf ihm rum: „Aha ja klar dir ist natürlich egal was aus deinem Bruder wird. Er lebt ja nur seit 500 Jahren und hat endlich seine Auserwählte gefunden! Die unserer Gemeinschaft das erste Kind einer mächtigen männlichen Daya schenken kann! Toll wirklich toll Arvid! Mehr als Solidarität gegenüber Lucas und seiner geplanten Familie hätte ich nicht von dir erwartet!"

So dachte Lucy über mich! Ich sollte mit Lucas nur ein Enkelkind bekommen sonst war ich ihr egal! Solidarität gegenüber Lucas sollte Arvid also haben...
Mein ganzes Bild von der liebenden Mutter, welches ich von Lucy bis dato hatte stürzte in sich zusammen und ich lehnte mich nur noch enttäuscht gegen den roten retro Kühlschrank. 

Arvid antwortet überraschend ruhig, auch wenn seine Stimme bebte: „Solidarität für die Gemeinschaft also. Für diese Familie, wie du sie nennst. Weißt du noch damals meine Beziehung mit Nele, wo du mich verfolgt hast, wo du Lucas geschickt hast, dass Nele nicht mir gehöre und ich sie hergeben müsse. Ich weiß noch genau wie wir im Hotel in Frankreich waren und Lucas mich geschlagen hat weil ich und Nele zusammenbleiben wollten. Ich hab ihn besiegt damals. Ich habe ihn verprügelt Mutter. Deinen großen starken Daya Sohn! Früher als wir Kinder waren hat mich Lucas immer geschlagen. Ich 4 Jahre alt und Lucas über 480 Jahre alt und du hast zugesehen Mama." Er biss sich nervös auf sie Unterlippe und umfasste feste meine Hand. Ich stellte mir Arvid als kleinen Jungen vor, der von dem großen Lucas verprügelt wird während Lucy daneben steht. Schrecklich.

„Aber Schatz du stellst dich immer gegen die Regeln. Du suchst dir immer Frauen die nicht gut sind für dich...", spielte uns Lucy eine liebevolle Mama vor, „Komm machen wir Frieden." Es wirkte echt gruselig wie sie jetzt ihre Arme ausbreitete und uns umarmen wollte. Wie die Mutter in Rapunzel.

Ich glaubte es wäre ein guter Zeitpunkt auch mal was zu sagen:„Lucy ich möchte nichts von Lucas. Ich liebe Arvid. Lucas liebte ich wirklich sehr, bis zu dem Zeitpunkt wo er mich verlassen hat. Er war mein bester Freund,  mein Selenverwandter und meine große Liebe. Dann war er plötzlich weg. Marcus und Arvid haben mich aufgefangen und geschützt. Seitdem bedeutet mit Lucas nicht mehr so viel Lucy. Er hat mich zu sehr verletzt", erklärte ich ihr und sie blickte mich mit weit aufgerissenen Augen an. 

„Das...das lassen wir euch nicht durchgehen! Ihr macht nicht die Verbindung kaputt! Ich plane die schon seit ich Medina kenne!  Du falsche Schlange!  Du machst uns alles kaputt! Mit diesem Marcus wären wir schon fertig geworden", sie schrie jetzt fast, wurde rot im Gesicht und ihre Augen funkelten, „Jetzt hast du meinen missratenen Sohn! Ihr schafft das niemals!"

„Oh doch das schaffen wir", meinten wir fast gleichzeitig und küssten uns auch noch provokant auf den Mund.
„Oh Arvid die Behandlungen warten schon auf dich!", war ihre letzte Drohung bevor sie wütend davon Schritt. Sehr elegant allerdings.  

Wir lachten erleuchtet und gingen beschwingt zurück zur Terasse doch auf dem Weg dahin blieben wir kurz stehen, blickten uns an und Arvid grinste:„Wollen wir nicht noch kurz rauf gehen?"
Ich küsste ihn und meinte:„Sehr gerne."



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