Kapitel fünfundzwanzig


Hi Medina, 
Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Vor allem dürfte ich dir diese Mail eigentlich gar nicht schreiben,  weshalb ich dich bitte sie nach dem Lesen gleich zu löschen.

Also ich bin nicht dein Freund, also zumindest nicht nur dein Freund. Ich bin dein Beschützer und Lucas hat mich dafür beauftragt. Ich meine wir waren ja schon befreundet bevor mich Lucas beauftragt hat, weshalb ich dein Freund und dein Beschützer bin. Ja also, jetzt fragst du dich wahrscheinlich, warum du beschützt werden musst.

Da lass mich mal ganz von vorne anfangen: Lucas und die ganze Familie gehören zu einer Art Sekte die sich Dayas nennt. Die Leute die dort sind,  sind schlauer und stärker als wir normalen Menschen und leben länger. Sie haben immer ein menschliches Gegenstück mit dem sie sich verbinden um den perfekten Nachwuchs zu bekommen. Ein Superbaby, dass dann auch eine Daya ist. 
Du bist so ein menschliches Gegenstück. Das Gegenstück von Lucas, da deine Blutwerte das wichtige Gen enthalten um sich mit ihm zu verbinden. Deshalb können wir uns auch nicht küssen oder mehr Medina. Du bist ihm versprochen und wenn ich da irgendwie dazwischen gehe werde ich schrecklich bestraft. Das tut mir so leid, du hast so ein Leben nicht verdient. Du hast die Freiheit verdient.

In Liebe,
Arvid 

Ich musste schlucken und als ich Arvid die Tür öffnete umarmte ich ihn erst mal fest.
„Sag mir dass das nicht war ist", stotterte ich und ließ ihn dabei nicht los, „Warum sind die da drin?  Kann ich dem irgendwie entgehen? Ich lieb doch Lucas gar nicht.“
„Komm lass mich los, das macht alles schlimmer.  Gehen wir in dein Zimmer okay“, seufzte er und ich folgte ihm total verwirrt. Wir setzten uns gemeinsam auf das Bett und ich setze mich extra auf die andere Seite des Bettes. 
„Die sind schon seit Geburt in der Sekte. Ich und Lucas wurden dort hineingeboren. Ich gehöre auch dazu indem ich in deren Armee arbeite und Auserwählte wie dich beschütze“, erzählte er und wich dabei meinen neugierigen Blicken aus.
„Und wie kann ich dem entgehen Lucas zu heiraten?“, fragte ich verzweifelt, „Ich liebe ihn nicht. Ich weiß nicht wen ich für immer in meinem Leben will. Ich bin doch erst 18.“
Er stand nervös auf und begann im Raum auf und ab zu gehen.  
„Du kannst dem nicht entgehen Medina“, sagte er und ich musste schlucken, so ernst war sein Gesicht.  Er blieb vor mir stehen und jetzt realisierte ich, dass Lucas jetzt mein restliches Leben bestimmen würde. 
Arvid wirkte sehr betroffen und enttäuscht. Er fügte noch hinzu: „Die Soldaten würden dich überall finden wenn du wegläuft. Aber du wirst mich und Marcus vergessen wenn du die Verbindung mit Lucas eingehst. Alle Gefühle für uns werden weg sein. Du hast dann noch Eva und Nele als Freundinnen.  Den Kontakt zu mir und Marcus wirst du abbrechen.“ 
Jetzt kamen mir die Tränen: „Und wenn ich dich nicht vergessen will?“
„Das geht nicht", antwortete er und setzte sich neben mich, „Die Gene von Lucas werden alle Erinnerungen auslöschen, wenn du dich dagegen  wehrst hast du unendliche Schmerzen Medina.“
Schluchzend legte ich meinen Kopf auf seine Brust und er strich durch meine Haare. „Komm wir nutzen jetzt noch die Zeit als Freunde okay?“
Ich nickte und drückte ihn sanft nach hinten. Kuschelnd lagen wir im Bett und Arvid wechselte gekonnt das Thema: „Hast du schon alles für die Fahrt morgen gepackt? Freue mich schon auf die Zeit bei deiner Familie.“
„Ja hab ich und Mama hat mir Fotos von dem Pflegekind geschickt. Magst du sehen?“ Er nickte und ich kramte aufgeregt nach meinem Handy.

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