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Kapitel zehn

„Hallo, ich bin Arvid und der große Bruder von Lucas“, stellte sich Arvid vor und zauberte Maja damit ein Lächeln ins Gesicht. „Oh wow…Medina wie machst du das, dass alle Kirschbaum so auf dich fliegen“, kicherte sie und ich verschränkte meine Arme vor der Brust. „Du hattest genauso eine schöne Zeit mit Lucas wie ich. Ich denke sogar intensiver.“ Arvid blickte mich fragend an und ich gab ihm mit einem Blick zu verstehen, dass ich später näher darauf eingehen würde. „Ja das war wirklich INTENSIV. Schade, dass er jetzt weg ist. Er hat sich sogar noch von mir verabschiedet, von dir auch? Ach ja stimmt am Geburtstag, tja aber meine Verabschiedung hat sicher mehr Spaß gemacht.“ Sie versuchte mich bestimmt zu provozieren, doch ich blieb ganz entspannt. „Gut, dass Arvid jetzt über das alles informiert ist. Ehrlich gesagt ist mir relativ egal, was Lucas mit dir gespielt hat weil ich weiß, dass das alles nichts mit Liebe zu tun hatte.“ Maja ignorierte mich nun total und versuchte mit Arvi...

Kapitel neun

Hallo Nele,  Hier ist leider kein Internet, weshalb ich nun auf diesem Wege mit dir Kontakt aufnehme. Ich gratuliere dir herzlich zur Bekanntgabe deiner Verbindung und hoffe ihr werdet glücklich und, wie man traditionell sagt, der Gemeinschaft Ehre erweisen.  Ich habe Arvid ja beauftragt auf Medina zu achten und ich hoffe du kannst mir berichten es ist alles in bester Ordnung. Ich habe gerade den Bericht seiner Ankunft erhalten und werde  ihn im Anschluss lesen. Im Moment ist es hier noch sehr ruhig und wir hatten nur einen kleinen Konflikt mit der heimischen Bevölkerung.  Ich werde Weihnachten zurück sein und ich freue mich darauf, dann dich mit deinem Ludwig zu sehen.  Viele Grüße,  Lucas Ich verschloss das Kuvert und nahm den Schnellhefter zur Hand, den mir Arvid zugesendet hatte. Er enthielt alle Berichte der vergangenen Woche. Gespannt etwas neues über Medinas Alltag zu erfahren begann ich zu lesen. Samstag 01.02.**** 19:03 Uhr Geplante A...

Kapitel acht

Arvid wartete schon vor der Schule. Er trug eine Jogginghose und hatte seine Sporttasche über die Schulter geworfen. „Hi na“, begrüßte ich ihn mit einer Umarmung, „Hast du dann noch in Ruhe gefrühstückt bevor du gefahren bist?“ „Ja klar, danke dass du mich hast schlafen lassen. Ich war so müde von der Fahrt“, beantwortete er die Frage und schloss mich in seine Arme. „Und wie ist die Wohnung von Lucy?“, erkundigte ich mich und schlenderte mit ihm durch die Gänge des Sportzentrums. „Sehr alt aber ist schon okay. Werde mich gut einrichten können“, gab er zurück und hielt mir die Türe zum Tanzflügel auf. Ich schloss mir meiner Schlüsselkarte den ältesten Trainingsraum auf und Arvid staunte nicht schlecht als wir den edlen Raum betraten. Ja er war schon was besonderes mit den großen Spiegeln und Fenstern. So schön alt. „Wow da fühlt man sich jetzt echt wie in einem Schloss“, flüsterte er und ich grinste. „Deshalb gehe ich auch immer in diesen Raum und nicht in die neueren.“ „Kann ich ...

Kapitel sieben

„Du kannst es echt gut. Ich kann mir die Wörter nicht merken“, seufzte Eva und gab mir meine Liste mit den Afrikanischen Wörtern zurück die ich gerade mit ihr übte. „Ich hatte ja schon früher einen Kurs bei der Volkshochschule. Du lernst es schon noch“, lachte ich und erhob mich. Die Bücherei war mein absoluter Lieblingsort im Internat. Hier standen Bücher die waren mindestens so alt wie die in Lucas Zimmer. Bevor ich hinausging schnappte ich mir noch einen Muffin von der kleinen Bar und dann ging es wieder zurück ins Wohnheim. „Wie läuft es eigentlich mit Nick?“, erkundigte ich mich, während ich genüsslich in das Gebäck biss. „Klasse. Er küsst so was von toll, da könnte ich dahinschmelzen und sein Sixpack, hast du schon mal sein Sixpack gesehen?“ Sie sah so glücklich aus, dass ich mich fragte, warum hatte ich keinen Jungen von dem ich träumen konnte? Marcus hatte sich als Depp entpuppt und Lucas war weg. Klasse! Mit Arvid wollte ich ja auch nichts anfangen. „Lucas Sixpack war das ...

Kapitel sechs

„Also ich bin ja so etwas wie Lucas großer Bruder im gewissen Sinne, das weißt du ja schon. Wir wuchsen in reichen elitären Verhältnissen auf und meine Eltern sind streng darauf bedacht, dass ich Traditionen wahre. Eine Tradition ist, dass alle Erstgeborenen mit 16 zum Militär gehen. Wie ich eben. Ich arbeite nun insgesamt seit 6 Jahren dort. Davor hab ich viel getanzt, was aber auch mit großem Leistungsdruck von Seiten Lucy verbunden war. Sie wollte einfach, dass ich etwas aus meinem Leben mache. Im Militär habe ich viel trainiert um fit für die Einsätze zu bleiben. Das hier, mein Profilbild ist aus Afghanistan. Hier schau mal“, er unterbrach die Geschichte und zeigt mir ein Foto auf dem er mit gesenktem Kopf, an eine Mauer gelehnt auf dem Boden saß, auf seinem Schoß lag ein, Hund. Ich wusste nicht was ich sagen soll, bis jetzt klang es so als wäre sein bisheriges Leben sehr von Leistung geprägt gewesen und Lucy hatte es anscheinend hart durchstrukturiert. Das die Kirschbaums sehr al...

Kapitel fünf

Als er aus dem Auto ausstieg klopfte mein Herz vor Aufregung schneller und ich knetete nervös meine Hände.  Eva trat neben mir von einen Fuß auf den anderen und wir beobachteten wie Arvid seine Reisetasche aus dem Auto holte. Als er auf mich zulief breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus und er nahm mich zur Begrüßung fest in den Arm. „Hi Arvid“, begrüßte ich ihn immer noch in der Umarmung und er löste sich von mir. Etwas bedauerte ich es sogar. Die Umarmung war warm und kuschelig gewesen, außerdem roch sein Parfüm sehr sehr gut.  „Hallo Medina und du musst Eva sein, Medinas beste Freundin. Sie hat schon von dir erzählt.“ Seine Stimme klang tief und freundlich und als er Eva die Hand hinstreckte wurde sie tatsächlich ein bisschen rot. „Hi...ja genau ich bin Eva.“  Wir wollten Arvid eigentlich direkt in der Jungs WG, in Lucas altem Zimmer schlafen lassen, doch leider schliefen dort schon alle und so gingen wir in unsere Wohnung.  Eva richtete ich...

Kapitel vier

Das war Lucas gewesen ganz sicher. Ich hatte es genau gespürt. Ich wäre fast in den Laden zurückgerannt aber Eva hielt mich davon ab, weil sie dachte, dass er das gar nicht sein könnte. Traurig ging ich mit ihr zurück ins Internat.  Dort schrieb ich sofort eine Mail an die Geschäftsadresse von Lucas Mutter: Hallo, ich wollte fragen wo Lucas sich zurzeit aufhält. Da er ja bald Geburtstag hat würde ich ihm gerne ein Geschenk schicken. Seine neue E-Mail Adresse, oder die Handynummer hat er mir nicht gegeben. Viele Grüße Medina Die enttäuschende Antwort kam nur 15 min später. Er ist zurzeit in seiner Wohnung in LA. Lass ihn aber lieber in Ruhe, ich habe keine Ahnung warum, aber er möchte zurzeit nichts mit dir zu tun haben. Müde schaltete ich den Computer aus und ging ins Bett, ich hatte es mir also wirklich nur eingebildet. Warum wollte er keinen Kontakt mehr zu mir? Ich stand traurig vom Schreibtisch auf und legte mich in mein Bett. Von dem ganzen Durcheinander hatte ich he...